Michaela May — Schauspielerin, "Ur Münchnerin" - über ihre Kindheit, persönliche Verluste und ihr soziales Engagement

Shownotes

Michaela May (geb. 1952 als Gertraud Elisabeth Berta Franziska Mittermayr) ist Ur-Münchnerin, Schauspielerin, in Film, Fernsehen und Theater. Als langjährige soziale Botschafterin wurde ihr die Bayerische Sozialmedaille verliehen. Sie lebt in München und verbindet ihre berufliche Tätigkeit mit vielfältigem sozialem Engagement.

Im Gespräch erzählt sie von ihrer traumhaften Kindheit am Ammersee, davon, wie sie als Kind entdeckt wurde, und von der Bodenständigkeit ihrer Familie, die sie stets geerdet hat. Sie spricht offen über die drei tragischen Selbsttode ihrer Geschwister in jungen Jahren, die lange familiär nicht thematisiert wurden, und wie das Schreiben ihrer Biografie "Hinter dem Lächeln" Teil der Aufarbeitung war.

Auch ihr ehrenamtliches Engagement spielt für sie eine große Rolle: Frühe Arbeit für die Krebshilfe, jahrzehntelanges Engagement für Mukoviszidose-Patientinnen und -Patienten sowie das Mitwirken beim Verein Retla, der sich für insbesondere für Seniorinnen und Senioren engagiert.

Moderatorin Lena Prieger diskutiert mit Michaela May die Bedeutung von Mehrgenerationenbegegnungen, die Gefahr von Einsamkeit im Alter und mögliche Formen des Zusammenlebens und Wohnens im Alter.

Hört rein und lasst euch inspirieren von diesem wunderbar unterhaltsame und gleichzeitig tiefsinnigen Gespräch!

Ausgewählte Zitate aus der Folge

• „Bayern ist ein warmes Gefühl für mich.“ • „Ich schreibe immer, genieße den Augenblick.“ • „Man trägt den Schmerz des Verlustes sein Leben lang sowieso in sich. Aber man darf ihn nicht überhand nehmen lassen über das, was in der Gegenwart passiert.“

Weiterführende Hinweise & Links:

Netzwerk „Bayern gemeinsam gegen Einsamkeit“ — Bündnis von Initiativen und Akteurinnen/Akteuren gegen Einsamkeit

Bayerisches Ehrenamtsportal

Aktionswochen „Zu Hause daheim“ — Informations und Beratungsangebote zum selbstbestimmten Leben und Wohnen im Alter

"Hinter dem Lächeln" — Autobiografie von Michaela May (Piper Verlag)

Retla e.V. — Patenschaften und Angebote für Seniorinnen und Senioren

• Film: „Ein Münchner im Himmel“ — aktuelle Kinoproduktion mit Michaela May

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Eine Produktion des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales.

Transkript anzeigen

00:00:01: Viele, die das erleben, dass sie jemanden verlieren, den sie in ihrem Leben eben geliebt haben oder der erste Familie.

00:00:08: Das passiert uns ja allen!

00:00:10: Aber dass man loslassen muss und das wegpackt.

00:00:13: Man trägt den Schmerz des Verlustes sein Leben lang sowieso in sich, aber man darf ihn nicht überhand nehmen lassen über das was in der Gegenwart passiert weil sonst verliert man die schönen Dinge.

00:00:24: Man sieht sie dann nicht vor lauter Leid- und Mitleid mit sich selbst.

00:00:28: Verliert man den Blick offen zu halten für den Moment, für den Augenblick.

00:00:32: ich schreibe immer genieße den Augenblick.

00:00:38: Bayern gemeinsam stark Der Podcast mit Menschen, die uns inspirieren.

00:01:16: Herzlich willkommen zu Bayern Gemeinsam Stark!

00:01:20: Heute bin ich wieder hier, Lena Prieger und wir sprechen in diesem Podcast mit den Menschen aus Bayern, Menschen, wie Bayern ausmachen, die Bayern bewegen und inspirieren.

00:01:29: heute zu Gast eine Frau, die als Die-Uhr Münchnerin schlechthin gilt, die Schauspielerin Michaela May.

00:01:35: herzlich Willkommen

00:01:36: Ja hallo

00:01:38: Ich darf dich kurz vorstellen Michaela.

00:01:40: Gerne Hinterher sagst du mir, ob alles richtig ist.

00:01:44: Michaela May wird im März twoundfünfzig als Gertraut Elisabeth Bertha Franziska Mittermeier in Münzen geboren.

00:01:52: Genannt wird sie aber Traudi – Sie ist das dritte Kind nach zwei Brüdern, acht Jahre später bekommt sie noch eine kleine Schwester.

00:01:58: Mit sechs Jahren wird sie beim Ballett für Werbeaufnahmen entdeckt, erste Filmrollen kommen, als sie neun ist und Traudi wird ein Kinderstar!

00:02:07: Auch als Jugendliche wird sie weiter regelmäßig angefragt, schließt aber trotzdem die Fachschule für Sozialpädagogik und eine Ausbildung zur Erzieherin ab.

00:02:15: Außerdem besucht sie die Schauspielschule, dreht Filme und spielt Theater.

00:02:19: Ihren heutigen Namen Michaela May hat sie sich mit etwa sechzehn Jahren selbst ausgesucht.

00:02:24: In den Siebziger-und Achtzigerjahren dreht sie mit Helmut Dietl, die Kultserien Münchner Geschichten, Monaco Franze und Kiroyal.

00:02:31: Danach folgen unzählige Film- und Fernsehproduktionen.

00:02:37: Ihre Rolle im Polizeiruf-Eins-Einz-Null beschert Michaela May den Titel Ehrenkommissarin der Bayerischen Polizei.

00:02:43: Sie engagiert sich außerdem seit Jahrzehnten für Mukhoviszi-Dose-Patienten, die Welthungerhilfe und ist Schirmherrin vom Verein Redler, der sich in der Seniorenhilfe einsetzt.

00:02:54: Seit dem Jahr zwei Tausend sieben ist sie Trägerin der bayerischen Sozialmedaille.

00:02:58: Im Jahr zweitausend zwanzig veröffentlicht Michaela may ihre Autobiografie hinter dem Lächeln, in der sie sehr offen über ihre Familiengeschichte berichtet.

00:03:06: Michaela May hat zwei erwachsene Töchter, ist seit zwanzig Jahren in zweiter Ehe mit dem Regisseur Bernd Schadewald verheiratet und lebt in München.

00:03:15: Ja fast richtig!

00:03:16: Wo waren die

00:03:16: Fehler?

00:03:18: Ich habe mir meinen Namen nicht selber rausgesucht.

00:03:21: Das war eigentlich eine Idee meiner Agentur damals, das war in den Achtundsechzigerjahren.

00:03:27: da war der Name Mittermeyer belegt von drei sehr bekannten Schwestern, Skifahrerinnen nämlich Rosie, Heidi, Evie und Mittermayr, die ich auch alle drei sehr gut kenne oder kannte.

00:03:42: Da hat die Agentur dann gesagt, du bist jetzt kein Kind mehr.

00:03:45: Als Kind hatte ich eben auf den ganzen Plakaten und dem Nachspannt wenn man heute Heidi sieht wo ich die Clara gespielt habe oder Onkel Thomas Hütte mit Obi Fischer noch da steht Gertraut Mittermeyer.

00:03:57: Und als sich dann ins jugendliche Alter kamen und also keine Kinderrollen mehr hatte haben sie gesagt so wie wir wechseln das.

00:04:03: Jetzt hatte ich auch eine Agentur die es dann gemacht hat und hat gesagt dann nehmen wir aus dem Mittermeier dieses bayerische ohne das E hinten, das Mai raus.

00:04:14: M A Y, das schaut doch gut aus.

00:04:17: und dann habe ich gesagt, dann will ich aber auch nicht Gertraut heißen weil die Tapfere mit dem Schwert und diese germanische Anmutung dieses Namens mochte ich nie obwohl man mich auch nie gertraute sondern traue die Lande.

00:04:31: aber dann habe mir es selber ausgesucht hab ich mir nur den Vornamen nämlich Michaela.

00:04:38: Das war das Einzige, was ich dann bestimmt habe.

00:04:42: Bevor wir gleich einsteigen ins Gespräch, Michaela möchte ich dir ein paar Fragen stellen mit der Bitte um eine kurze Antwort wenn es geht Denn dieser Podcast heißt Bayern Gemeinsam Stark.

00:04:52: Was bedeutet Bayern für dich?

00:04:56: Bayern ist ein warmes Gefühl Für mich.

00:05:00: Wo erlebst du Gemeinschaft und welchen Wert hat sie für Dich?

00:05:04: Gemeinshaft hab' ich ganz früh schon toll erlebt in meiner Familie.

00:05:09: Als Hauptsache ist für mich die Gemeinschaft immer noch meine Familie inzwischen, meine Enkelkinder und meine Kinder.

00:05:16: Dann auch ich habe so eine Freundeskreis.

00:05:20: wir nennen uns Yoga-Mädels weil wir immer einmal in der Woche Yoga machen.

00:05:24: ganz wichtig Freunde Und natürlich alles, was mit meiner Arbeit zusammenhängt.

00:05:31: Also als Schauspieler ist man ja immer in einer großen Gruppe von Menschen eingebunden und das ist auch immer wie ein bisschen eine Familie die sich dann immer wieder auflöst und anders zusammenkommt.

00:05:41: aber auch da fühlt man sich irgendwo für einen Zeitraum, für einen Gewissen ganz eng verbunden.

00:05:47: Was ist deine Stärke?

00:05:49: Was können Menschen von Michaela May lernen?

00:05:53: Au reiha!

00:05:55: sich selbst zu beurteilen ist immer wahnsinnig schwierig, finde ich.

00:05:58: Aber... Ich glaube das meine Stärke ist die Menschenliebe, dass ich auf Menschen zugehe und mich nicht verschließe sondern eigentlich immer aufmache und versuche denjenigen zu verstehen der mir begegnet und generell Menschen zu mögen.

00:06:19: Das ist ganz wichtig.

00:06:20: Du hast gerade schon gesagt, wie wichtig Familie für dich ist.

00:06:27: Das war eine sehr enge und liebevolle Beziehung.

00:06:30: Und du hast dich daraufhin noch mal ganz intensiv mit deiner Familiengeschichte beschäftigt... ...und die Biografie geschrieben hinter dem Lächeln, die es im Pieper-Verlag erschien?

00:06:39: Du beschreibst da ne sehr glückliche Kindheit!

00:06:42: Mit viel Kreativität, mit viel Zeit mit den Geschwistern in der Natur.

00:06:48: Du würdest heute sagen, dass du hast eine richtig schöne Kindheit gehabt?

00:06:52: Ich habe eine traumhafte Kindheit.

00:06:54: Mir war das ganz wichtig, weil ich dann ja später einfach ein großes Schicksal erlitten habe zu zeigen, dass es nicht unbedingt abhängig ist von der Erziehung oder wie man aufgewachsen ist von den Eltern.

00:07:08: Ich hatte wirklich sehr kreative liebevolle wunderbare Eltern und wir hatten eben so einen ... Wochenendhäuschen, wo wir sehr mit der Natur verbunden waren.

00:07:18: Meine Eltern haben sich viel oder ausschließlich am Wochenende mit uns beschäftigt.

00:07:23: Ich war viel mit meinem Vater in den Bergen.

00:07:25: als Kind mochte ich das später dann als Jugendliche.

00:07:28: War mir das ein bisschen Fahrt!

00:07:30: Aber trotzdem von meiner Mutter habe ich gelernt welche Pilze es gibt wie man Pflanzen anpflanzt, wie man erntet... Wie schön ist es wenn was anfängt zu blühen und zu wachsen?

00:07:44: Wie das Gras riecht, wenn es mit der Sense geschnitten ist damals.

00:07:48: Nicht mit dem Roboter und so weiter.

00:07:50: ich hatte da wirklich war.

00:07:52: wir haben viel im Wald gespielt einfach mit der Natur.

00:07:54: Ich habe sehr viel mit der natur gelebt und es prägt mich auch heute noch

00:07:58: dass eine ist die liebe zur Natur die du sehr schön beschreibst diesen zauberwald indem ihr als kinder ganz frei spielen konntet und einfach wirklich wild durch die gegend geräubert seid und Freiheiten hattet und euch austoben konntete von der du ja bis heute auch, glaube ich wirklich zähest von dieser Liebe zur Natur.

00:08:17: Und das andere ist die Kreativität deiner Mutter also das was dich dann ein Stück weit auch in deinem Beruf getragen hat.

00:08:24: Das lag tatsächlich auch schon in deiner Familie denn da wurde nicht nur viel gemalt und gebastelt und deine Mama hat sich wahnsinnig viel mit euch am Küchentisch beschäftigt sondern es wurden auch regelmäßig Aufführungen gemacht und Verkleidungen gebasteldet.

00:08:38: und so

00:08:39: Ja, in unserer Familie gab es keinen Geburtstag, wo ich nicht bekannt war.

00:08:43: Die Mitdermeyers führen wieder was vor und meine Mutter hat dann Sketch geschrieben oder eine Ballettaufführung mit meiner Kusine, dass wir da getanzt haben oder gesungen.

00:08:54: Mike Stanzl waren immer dabei bei jedem Geburtstag die sie gedichtet hat und mit ihrem Akkordeon begleitet hat mein Vater mit der Gitarre.

00:09:04: Die beiden, auch meine Eltern beide haben immer irgendwelche bitzigen Sachen aufgeführt.

00:09:09: Mein Vater ist gerne als Frau verkleidet gegangen zum Beispiel oder meine Mutter als Mann dementsprechend und sie haben uns immer eingebunden.

00:09:17: und von Anfang an habe ich gelernt was es heißt auch von meiner Oma die immer verkleidet am Faschings-Dienstag auf den Figualienmarkt gegangen ist und sich als Herr verkleidet hat.

00:09:28: Und gesagt, was hat sie mir gesagt?

00:09:31: Ich bin der Prüfer für die Lebensmittelprüfer, hat sie gesagt, und ist dann immer von Stand zu Stand gegangen.

00:09:38: Sie kannten sie schon, haben immer gewartet, dass sie

00:09:40: kommt.".

00:09:41: Und hat gesagt, warum sind die Eier so klein?

00:09:43: Habts die Hände nicht richtig quittert!

00:09:46: Warum sind die Gurken so krumm?

00:09:48: Das war immer sehr lustig.

00:09:50: Da hab ich gemerkt wie schön es ist... Menschen zum Lachen zu bringen und was es für eine Freude macht.

00:09:56: Und wie die Leute eben auch reagieren, sich freuen wenn man sie zum Lachem bringen kann.

00:10:02: Das war so ne Initialzündung die sicher in mir ruht bis heute oder die mich zur Schauspielerei dann gebracht haben.

00:10:10: Ihr seid ja wirklich gefördert worden also ihr solltet sogar Instrumente spielen als Kinder?

00:10:16: Du durftest zum Ballett gehen und tanzen.

00:10:18: das war der Start deiner Karriere werden.

00:10:21: Ja, ja klar.

00:10:23: Das Musische war mein Eltern ganz wichtig.

00:10:25: Mein Vater war Handwerker früher, der war Hafenermeister in Beruf... den man heute gar nicht mehr kennt, das sind die Ofensetzer und Kaminbauer.

00:10:34: Die kachelöfen auch die kacheln selber machen.

00:10:37: und da gab es sehr viel ton in unserer familie und meine mutter hat mit diesem ton eben figureliches und ganz tolle sachen modelliert auch gartenfiguren mit speiende enden dem in ein brunnen gespeitern oder eine Madonna die heute noch steht in einer kirche in bierdorf bei diesen in Riederau auch, wo ich aufgewachsen bin.

00:11:00: Meine Mutter hat viel für die Gemeinde gemacht und hat alte Maartal restauriert.

00:11:07: Das sind diese heiligen Stationen, die oft Ambiges ran sind oder so.

00:11:13: Die hat sich da sehr engagiert aber hat uns eben auch angeleitet dazu und inspiriert.

00:11:20: Ich kann leider nicht so gut zeichnen wie meine Mutter, aber die Schauspielerei ist mir eben geblieben.

00:11:25: Dieses Grundstück, in dem deine Liebe zur Natur begonnen hat, liegt am Ammersee.

00:11:31: Und ihr habt da zuerst in einem Hühnerstall gewohnt am Wochenende?

00:11:36: Ja das war ein Grundstuck, das war nicht direkt am See, also zehn Minuten zum See, zu Fuß.

00:11:41: Da waren nur Bäume und einen Hühnersstall.

00:11:45: Mein Vater hat es ausgebaut dann immer mehr noch was dran gebaut und später haben sie selber... Mein Vater selber geplant und auch gebaut, ein Steinhaus gebaut.

00:11:56: Aber zunächst war das eben nur ein Holzhütchen!

00:12:00: Das war sehr romantisch.

00:12:02: wenn man aus der heutigen Sicht hat mich das auch sehr geprägt, sehr einfach.

00:12:05: wir hatten auch kein Wasser.

00:12:07: Erst bei Wasseranschluss wurde erst dazu gemacht, wir hatten keine Toilette hinten.

00:12:11: Klo ein Plumps-Klo dann einem Brunnen mit dem Wasser kein Eischank, keine Elektrizität erstmal sondern wir hatten so einen Kellerverschlag den man aufmachen konnte.

00:12:23: der war dann ausgelegt damit das kühl bleibt da drin.

00:12:26: alles solche Dinge war nach dem Krieg eben.

00:12:29: es waren in fünftiger Jahren da hatte man noch nicht so viel.

00:12:33: Und als du deine ersten Rollen gespielt hast in den Sechzigerjahren, habe ich gelesen.

00:12:37: Hat deine Familie manchmal zu dir zu Hause gesagt jetzt sei nicht so filmig wenn du vom Film kamst und vielleicht ein bisschen diese Art oder Attitude der Filmwelt mit reingebracht hast?

00:12:48: Ja die haben mich halt immer wieder auf dem Boden der Realität zurückgezogen und das war für mich als Kind auch ganz wichtig weil du von außen kriegst dann irgendwie natürlich einen Feedback von Leuten die sagen wow toll Wo warst du denn wieder?

00:13:05: Oh, Jugoslawien war es damals noch.

00:13:08: Wahnsinn!

00:13:09: Und du bist geflogen mit dem Flieger.

00:13:10: Das war auch noch ganz was Tolles.

00:13:12: bei Heidi bin ich immer das haben wir in Wien gedreht zum größten Teil mit dem flieger geflugen.

00:13:17: Es waren damals noch die Tobaprop-Maschinen mit den Propellern und so und es war damals war fliegen noch etwas ganz was außergewöhnliches.

00:13:25: Und meine Eltern haben aber immer, wenn ich nach Hause kam und irgendwie gedacht habe, ich bin etwas Besseres gesagt.

00:13:30: Na jetzt putz einmal deine Schuhe oder du bist jetzt dran mit dem Abspülen oder beim Abtrocknen.

00:13:36: denn wir hatten so einen Plan, welches Kind in welcher Woche was zu tun hatte Und haben gesagt, sei nicht zu filmig und mach das jetzt.

00:13:46: Das hat mir sehr gut getan weil ich einfach wieder gemerkt habe der Alltag ist für mich genauso wie für meine Geschwister und alle anderen Kinder auch.

00:13:55: Auch heute in der heutigen Zeit finde ich es wahnsinnig schwierig dass durch die Medien jemand so hoch gepusht wird oft in sehr jungem Alter Dass er glaubt er ist irgendwie in einer anderen Sphäre und dann oft ganz hart landet, wenn plötzlich irgendwie der Erfolg nicht mehr da ist.

00:14:13: Und es sind oft ja so einen Tagsfliegen, dass man durch irgendeinen Song oder ein Buch Instagram auftritt, plötzlich eine Öffentlichkeitsaufmerksamkeit kriegt.

00:14:26: Die einen glauben lässt man ist was besseres und das finde ich ist total gefährlich.

00:14:31: also das war für mich sehr gesund auch dann noch immer in der Schule zu sein.

00:14:35: und und als sich die Schule aufhören wollte im Alter von sechzehn in der zehnten Klasse wollte ich dann mal aufhörn weil die in der schule Plötzlich gesagt haben, oh unser Filmstar.

00:14:47: Was weiß ich denn?

00:14:48: Wie toll!

00:14:50: Die Lehrer fanden das auch aufregend und haben immer mir gesagt sich soll berichten von den Filmaufnahmen Und die war natürlich sauer weil ich habe keine Schulaufgaben nichts mitgeschrieben.

00:14:59: Ich kam nur zum Nachschreiben in die Schule und sie mussten jeden Tag in die schule gehen ja und Fanden es dann irgendwann nicht mehr so lustig und da wurde ich ein bisschen auch gemobbt Wo ich dann gedacht habe, na ja, dann gehe ich halt nicht mehr in die Schule.

00:15:13: Dann werde ich wirklich Films da!

00:15:15: Aber das war eine blöde Filmzeit... ...in den sixty- acht Jahren.

00:15:19: Da gab es noch vor dem Literaturverfilmungen.

00:15:22: Das waren diese kleinen... Erst mal wenn die tollen Tanten kommen zu Lustspielfilmmchen, dann war's Karl May oder Lümmelfilme oder Grimmys.

00:15:33: Ein Lümmelfilm hab' ich noch gemacht an Pippe der Paukerschreck und ein Grimmy Jerry Cotton Todesschüsse am Broadway.

00:15:42: Und dann kam ein Drehbuch an, das hieß Grimsmärchen für Lüsterne Pärchen.

00:15:49: Das waren dann diese leichten Sexfilmen der Maler mit dem goldenen Pinsel.

00:15:53: oder kommt doch mein Liebesvögel ein.

00:15:55: und da wollte ich nicht mehr mitspielen und hab dann gedacht ne ich will eigentlich auch wieder wie meine Freundin hin Ich will wieder dazugehören und bin dann auf die Fachschule für Sozialpädagogik gegangen und habe die Ausbildung als.

00:16:08: Damals hat man gesagt Kindergärtnerin, heute heißt es Erzieherinnen gemacht drei Jahre lang.

00:16:13: Ich habe vier Jahre dazu gebraucht weil ich das Praktikum in zwei Jahren gemacht habe und immer wieder zwischendurch doch gedreht hab, und Theater gespielt hab.

00:16:21: Aber ich hab die Ausbildung fertiggemacht!

00:16:24: Ich bin also staatlich geprüfte Erzieherin.

00:16:26: Ja?

00:16:27: Und du wärst sehr gefragt heutzutage denn es gibt einen großen Fachkräftemangel in dem Bereich und deswegen gibts auch zum Beispiel quer einsteiger Programm vom Sozialministerium für Menschen, die tatsächlich aus anderen Berufen sagen sie möchten gerne... Könnte

00:16:42: ich da in meinem Alter wieder einsteigen?

00:16:43: Sicher halt.

00:16:44: Auch

00:16:44: als sogenannte Rentnerin, ja wirklich!

00:16:46: Das ist glaube ich gerade

00:16:47: da und da kommen wir später nochmal drauf.

00:16:49: Wie wichtig eigentlich diese Verknüpfung der Generationen ist und wie sehr beide Seiten davon profitieren darüber sprechen wir auf jeden Fall noch.

00:16:57: also Ich bin mir sicher es gäbe wenige Münchner Kindergärten die dich ablehnen würden.

00:17:02: Du beschreibst in deinem Buch auch sehr offen wie du alle deine drei Geschwister durch Suizid verloren hast und das innerhalb von acht Jahren.

00:17:10: Ihr habt da in der Familie kaum drüber gesprochen, deswegen auch jetzt nach so langer Zeit erst ein Stück weit diese Aufarbeitung von dir.

00:17:18: Deine Eltern ... Für die war das wirklich die einzige Möglichkeit, diese Schicksalsschläge durchzustehen, indem sie nicht darüber reden, die Wunde nicht immer wieder aufkratzen?

00:17:28: Das war damals einfach auch schwer und unerklärlich wie sowas passieren kann.

00:17:33: Damals war die Psychotherapie Und die Behandlung von Depressionen und seelischen Schwierigkeiten noch schwer zu finden, weil die Therapeuten dies heute gibt.

00:17:48: Die Psychologie hat einen ganz anderen Raum heute.

00:17:50: Damals gab es noch nicht das Max-Planck-Institut.

00:17:53: Das war dann erst als mein Bruder schon ... krank war, fünfundsechzig wurde das erst eröffnet in glaube ich in mönchen in der kreppelin straße und es war schwierig für die auch uns zu erklären.

00:18:08: Der psychologe der bei uns zuhause war der psychiatr der hat gesagt mein bruder hätte wahrscheinlich eine nervliche belastung weil er so viel gewachsen ist in einem jahr.

00:18:20: drum sind die nerven nicht mitgewachsen und darum ist er depressiv geworden.

00:18:24: das waren damals so ganz simple Erklärungen.

00:18:28: Da sieht man, wie wenig weit damals überhaupt jemand zu finden, der das behandelt.

00:18:35: Das war schwierig!

00:18:36: Ja warum haben wir nicht darüber gesprochen?

00:18:38: Also ich war ja damals beim ersten Bruder, der von Stab – das war mein zweitelter, da war ich zwölf als er krank wurde und also Stab eben es war alles zwischen zwölfe und zwanzig ist das passiert.

00:18:53: Ich hab dann schon viel gedreht, war viel weg und meine Eltern haben versucht mich und auch meine Schwester die damals noch ganz klein war möglichst fernzuhalten davon.

00:19:04: Und uns nicht so zu belasten mit ihren eigenen Sorgen.

00:19:10: Wir haben immer nur gesagt ist sie nervenkrank also auch mein anderer Bruder später da hieß es der ist nervenkrank.

00:19:17: bei meiner Schwester war ich dann schon alt genug, da waren es eher die Drogen.

00:19:22: Das waren drei verschiedene und sehr unterschiedliche Geschichten aus wie es dazu kamen aber es waren auch Folgetaten von meinen Geschwistern mit Sicherheit.

00:19:33: Aber meine Eltern, man kann sich vorstellen... Ich bin ja auch Mutter von zwei Kindern.

00:19:37: was das für Eltern heißt?

00:19:39: Ich war die Schwester und eben ein bisschen weiter draußen.

00:19:43: auch Meine Mutter hat nur immer später gesagt wenn der Todestag war oder den Geburtstag meiner Geschwister.

00:19:51: Ich weiß schon, hat sie mir gesagt.

00:19:53: Aber lass uns lieber malen gehen!

00:19:57: Ich möchte nicht darüber

00:19:58: reden.".

00:19:58: Und es hat sie immer belastet und mein Vater auch.

00:20:02: Mein Vater ist früher gestorben.

00:20:04: die haben sich sehr geliebt und das damit glaube ich sehr gut verarbeitet und auch mit ihrer Religion oder ihrer Gläubigkeit dass sie die wiedersehen nicht teilen kann.

00:20:17: Für mich ist es eigentlich viel schwieriger, weil ich glaube nicht dass ich sie wieder sehe sondern das Leben, das wir hier führen und den Sinn haben zu erfüllen in einer virtuellen Welt die wir nicht kennen.

00:20:33: aber ich muss sagen, dass sich das gut verstehen kann und dass ich es auch wichtig finde und für mich immer noch ist obwohl ich es jetzt geschrieben habe nicht allzu viel sich von der Vergangenheit einholen zu lassen und zu belasten, mit dem was man in seinem Rucksack so mitträgt.

00:20:50: Und dieses Buch hat gezeigt dass es anscheinend so einen Haltegriff ist für viele die das erleben, da sie jemanden verlieren den sie in einem ihrem Leben eben geliebt haben oder aus der Familie Das passiert uns ja allen.

00:21:05: Aber dass man loslassen muss und das wegpackt.

00:21:08: Man trägt den Schmerz, des Verlustes sein Leben lang sowieso in sich.

00:21:12: aber man darf ihn nicht überhand nehmen lassen über das was im Gegenwart passiert weil sonst verliert man die schönen Dinge.

00:21:20: Man sieht sie dann nicht vor lauter Leid und Mitleid mit sich selbst verliert Blick offen zu halten für den Moment, für den Augenblick.

00:21:28: Ich schreibe immer genieße den Augenblick weil das ist so wichtig dass man eben das wegpackt in ein Kästchen dass in seinem Herzen auch Platz hat der Schmerz, den man ja nicht wegdrücken kann und auch nicht soll.

00:21:44: Aber man muss ihn nicht immer wieder rausholen und sich selbst bemitleiden und sagen ich habe so ein schweres Leben!

00:21:50: Ich hab ja so einen Schicksal!

00:21:51: Ich habe ja so schreckliche Sachen erlebt sondern im Gegenteil eher Zukunft aber vor allen Dingen Gegenwarts aufmerksam zu sein.

00:21:59: Dass man die schönen Sachen, die wir hier haben oder die Sachen, den man noch vor hat zu machen, dass man sich darauf konzentriert und nicht auf das was das Leben schwer macht und was einem alles passiert ist im Leben.

00:22:13: Für dich war wirklich die Erkenntnis oder das was danach sich glaube ich durchgesetzt hat bei dir?

00:22:20: Ich will leben und jetzt will ich erst recht leben und ein Stück weit vielleicht sogar für meine Geschwister mitleben.

00:22:27: Ja natürlich haben die mich auch in der Kindheit erfüllt oder gefüllt mit ihrer unterschiedlichen Art.

00:22:36: Mein einer Bruder war technisch sehr begabt, das bin ich leider gar nicht aber den mochte ich sehr gern weil er hat alles in unserer Familie sozusagen erkämpft als Erster mein älterster Bruder.

00:22:49: Das war man weggehen darf und wie lang dass man sich auch mal dagegen auflehnt gegen die Eltern, dass man eben nicht alles gut finden muss was die Eltern gut finden.

00:23:00: Das habe ich sehr bewundert das er war der erste der nicht mitging in die Kirche und eben das angezweifelt hab.

00:23:06: Ich habe das alles erst einmal als Kind so genommen und alles geglaubt was meine Eltern gesagt haben also dieses dieses auch mit Kritik den Eltern gegenüberstehen.

00:23:16: mein anderer Bruder war musisch sehr begabte konnte auch sehr gut Malen Geige spielen.

00:23:22: Meine Schwester hat unheimlich tolle Gedichte geschrieben.

00:23:26: Auch die haben mir sehr viel mich inspiriert in ihrer Art, weil jeder Mensch einem etwas mitgeben kann und das ist sicher auch noch in mir aus der Zeit.

00:23:37: Das trägt man ja in sich.

00:23:39: all das was man erlebt habe mit den Menschen, auch wenn er gegangen

00:23:42: ist.".

00:23:43: Das macht einen ja aus.

00:23:44: Und so hoffe ich auch, dass ich was weitergeben kann, was meine Kinder und Enkelkinder dann mittragen können und sie ausmacht.

00:23:52: Apropos deine Kinder – du warst tatsächlich als deine kleine Schwester Gundi sich das Leben genommen hat im fünften Monat Spanger mit deiner ersten Tochter?

00:24:01: Wie sehr hat das geholfen?

00:24:05: Hat das den Fokus vielleicht auch woanders hingelegt?

00:24:08: Ja, das waren natürlich gefährlich und weil es mich unheimlich erschüttert hat und alle hatten sich bemüht.

00:24:16: Und Angst um mich ... Auf der anderen Seite war das mein erstes Kind, ich hatte nur Angst, dass dieses Sorge und auch die Angst, es hat sich ja schon so angebahnt durch ihre Drogengeschichte, dass das irgendwie immer schlimmer wurde.

00:24:33: Ich auch versucht habe, das abzuwenden aber nichts machen konnte weil sie schon so verschlossen war dass ich Angst hatte, das Kind zu verlieren oder dass das Kind im Mutterleib vielleicht auch von meinen ganzen Ängsten das mitkriegt.

00:24:48: Schaden nimmt ja?

00:24:49: Schaden

00:24:49: nimmt und man hat mich von außen.

00:24:52: meine Freunde haben sind bei der Beerdigung haben die gesagt ne du gehst da nicht hin du musst mit uns da sind wir weggefahren.

00:24:59: Ich musste meine Eltern alleine lassen aber es hat wahrscheinlich auch seine Richtigkeit gehabt.

00:25:03: Die Geburt meiner ersten Tochter hat aber für meine Eltern und auch für mich gezeigt, dass wieder neues Leben kommt und das nicht alles geht.

00:25:13: Und dass das nicht so wie eine Eintagspflege alles jetzt rundherum stirbt ... Das hat so ein Gefühl, noch mal jemand, das packe ich eigentlich gar nicht!

00:25:23: Sondern da kommt wieder neues leben und die Konzentration auf dieses Kind und dieses neue Leben hat uns alle so viel Hoffnung und so viel Licht und so viele Freude gebracht, Dadurch plötzlich wieder heller wurde und irgendwann man auch darüber hinweg kam.

00:25:44: Deine Mutter hat eine ganz wichtige Rolle gespielt in der Erziehung deiner Kinder, ne?

00:25:49: Sie war eine ganz engagierte Oma Und du hast ja tatsächlich immer weiter gedreht, immer weiter gearbeitet Auch als du deine Kinder bekommen hast.

00:25:57: Der Vater deiner kinder, dein erster Mann Jack Schiffer Der hat sich sehr intensiv einfach auch engagiert mit als Vater.

00:26:04: Also ihr habt glaube ich eine relativ moderne Ehe geführt.

00:26:07: Ja, er war oder ist Anwalt und war natürlich dadurch in München immer da.

00:26:16: Und wir hatten mit einem Kindermädchen auch eine Hilfe aber es war wichtig dass einfach einer ... Und dadurch hatte ich die Freiheit.

00:26:25: Damals habe ich sehr viel auch auswärts gedreht, nicht nur die ganzen Münchner Serien sondern auch viel im Ausland und konnte ich auch weg weil er abends immer da war und dass die Kinder eben bevor sie ins Bett gehen Kinder sprechen über ihre Probleme nicht, wenn man sie fragt hast du ein Problem oder so.

00:26:46: Sondern das kommt ja so jeden Tag zwischendurch raus und dass da immer einer da ist der wirklich einer der Eltern ist Das war ganz wichtig kann natürlich auch das Kindermädchen sein.

00:26:58: aber Dass man mitkriegt was ist in meinem kind?

00:27:00: Was passiert so in der Schule im Kindergarten oder wo hat's probleme dass man die Aufmerksamkeit weil man da ist.

00:27:09: Das ist schwierig, sonst für einen dass man wirklich rausfindet was braucht mein Kind im Moment?

00:27:17: Wichtig sind Bezugspersonen einfach und das können eben verschiedene Menschen sein.

00:27:21: Das muss nicht nur die Mama oder... Nein

00:27:23: aber kann auch die Oma sein!

00:27:25: Also ich habe ein ganz tolles Verhältnis jetzt gerade mit dem Kind, das in München ist natürlich.

00:27:29: Mit dem Enkelkind ... Ich hab drei, die leben in London und da bin ich nicht so nah dran, das merke auch weil ich einfach nicht immer da bin und den im München sehe ich sehr viel.

00:27:38: Der ist auch sehr auf mich gepolt.

00:27:40: Ich hole ihn jetzt nachher gleich wieder ab, weil seine Mutter hat Homeoffice und der Kindergarten ist heute unterbelegt.

00:27:49: Da wird man angerufen können sie das Kind vielleicht zu Hause lassen?

00:27:54: Und ja so ist es!

00:27:56: Ich sag's ja die brauchen dich im Kindergang.

00:27:59: Ja ja nein ich mach das auch wahnsinnig gerne natürlich und bin freue mich immer wenn... wenn dir so strahlend auf mich zuläuft.

00:28:07: Das ist das größte Geschenk, ja?

00:28:09: Und so ging es deiner Mutter auch, glaub ich mit deinem.

00:28:11: So was für meine Mutter auch!

00:28:12: Ja, die waren zu zweit.

00:28:16: mein jetziger Mann macht natürlich auch mit aber hauptsächlich bin's ich, die das auch anstrebt weil sie meine Enkelkenner sind.

00:28:25: Jetzt hab' ich gerade schon gesagt du hast deinen Beruf der ja wirklich Leidenschaft und Erfüllung ist bei dir immer weiter ausgeübt, also immer auch geschaut dass du was für dich tust und du hast ja eigentlich alles gespielt.

00:28:40: Eine Liebe für jedes Genre eine liebe fürs Theater Film Fernsehen mit wahnsinnigen Regisseuren gearbeitet.

00:28:48: Du hast jetzt das ist glaube ich so ein bisschen wie wenn sich in Kreis schließt mit dem Sohn von Helmut Dietl wiedergearbeitet.

00:28:55: Ja!

00:28:55: Ich habe einen Kinofilm gemacht Ein Münchner im Himmel

00:28:59: Der aktuellen Kino läuft?

00:29:02: Und das ist ja so ein David-Titel von Helmut-Titel, den ich nur als Kind kannte oder kennengelernt habe.

00:29:09: Später meine älteste Tochter ist so alt wie er und die kennen sich über die Kreise.

00:29:15: damals Tanzkurs oder ich weiß nicht was.

00:29:18: Aber als sie anfangen kam, hab' ich mir gedacht, hoffentlich darf ich das machen!

00:29:22: Ich musste auch casten, wie man das heute machen muss... Und habe dann die Rolle spielen dürfen.

00:29:29: Eine sehr lustige Rolle, eine esoterische Schwiegermutter von Münchener im Himmel.

00:29:35: Mehr will ich nicht verraten!

00:29:36: Meine Tochter ist Johanna Herzsprung und ja er sieht aus wie sein Vater wieder Helmut Titel.

00:29:42: Er hat eine Stimme wie er und lacht auch wie sein Vater vor allen Dingen.

00:29:46: Immer in der Früh wenn er reinkam oder ich habe seine Stimme gehört hab ich wirklich gedacht Der Helmut Titel kommt um die Ecke.

00:29:52: Er ist nur viel ruhiger und ruht mehr in sich als der Helmut, macht das ganz toll!

00:29:59: Ich bin auch ein lustiger Film geworden nach dieser Geschichte von Ludwig Thoma damals, der Kofferträger, der im Himmel kommt weil er sich am Bahnhof überarbeitet hat.

00:30:10: Und der aber da nicht bleiben will sondern gern wieder runterkommt.

00:30:14: Bei uns ist es in dem Fall ein Taxifahrer.

00:30:16: Die Geschichte ist also nur die Grundlage dafür der auch so sein Unwesen treibt auf dieser Erde und dann ein Unfall hat, und in den Himmel kommt.

00:30:26: Und auch da nicht bleiben

00:30:27: will.".

00:30:28: Das ist der Maxi Brückner!

00:30:30: Und seinen Vater... Der kommt ja in einer normalen Geschichte vom Thomas gar nicht vor.

00:30:35: Das ist Heiner Lauterbach.

00:30:36: Also unbedingt ins Kino gehen?

00:30:38: Es ist ein lustiger Film für die ganze Familie und witzigerweise ich habe gedacht erst es ist nur was Bayrisches aber das ist bekannt Bis in Hamburg, dieses Halleluja.

00:30:49: Zefiksluja sage ich!

00:30:50: Ich mag keine Mannersaufen.

00:30:54: Gehen wir weg mit dem Manna.

00:30:55: Das ist sehr ... In den Köpfen bis heute.

00:30:58: nicht nur meine Generations und auch die Jungen kennen dieses frohlocken Magenet.

00:31:05: Das kennt man bis in den Norden rauf auch.

00:31:08: Und schön ist auch das es natürlich ein Film für alle.

00:31:11: Da können alle reingehen.

00:31:13: Familienfilm?

00:31:14: Ja.

00:31:15: Du bist gut beschäftigt, weiterhin beruflich.

00:31:18: Das merkt man.

00:31:19: und trotzdem hast du schon seit vielen, vielen Jahrzehnten immer auch Zeit gefunden dich nebenbei zu engagieren, sozial zu engagierend.

00:31:26: Du hast mit der Krebshilfe ging es los?

00:31:30: Ja das ging damals los.

00:31:32: also in dem Moment wo die ersten Anfragen kommen können sie sich für uns engagieren.

00:31:36: Das war bei mir die Krebsilfe der Haunasche Kinderklinik hier in München auch sehr, sehr sinnvoll.

00:31:44: Da gab es eine Aktion in der Fußgängerzone jedes Jahr an Weihnachten.

00:31:48: die Mütter von Krebskranken Kindern haben gebacken und ein Backbuch geschrieben und wir haben das verkauft in der Fussgänger Zone und Glühwein ausgeschenkt lauter Leute vom Film- und Fernsehen und die man kannte.

00:32:01: jede Stunde haben wir abgewechselt Und es war dann aber medial so wahnsinnig, wurde immer wilder.

00:32:08: Da kamen so viele Fotografen, dass die Leute an unseren Stand gar nicht mehr rankamen und dann gesagt haben ja das machen die ja sowieso bloß damit sie in der Zeitung stehen.

00:32:17: Das hat mich dann sehr gestört, dass man in eine Ecke gedrängt wurde, dass macht aus Selbstzucht oder um sich gut hinzustellen.

00:32:27: ich mache auch was Karitatives und das wollte ich da nicht mehr und habe dann gedacht, ich muss was Eigenes finden.

00:32:33: Und vielleicht etwas in einer Nische die nicht so wirklich unterstützt werden?

00:32:37: Das war für mich, das ist glaube ich fürs Ehrenamt ganz wichtig, wenn man sich engagiert, etwas macht womit man eine Beziehung hat.

00:32:47: Was man kennt, wo man sagt da kann ich helfen, da muss ich helfen weil ich weiß wie es da wirklich aussieht.

00:32:53: Es war bei mir ein Junge der hatte Mokovistidose und wohnte in unserem Haus.

00:32:58: Der war ungefähr zwanzig und die Mutter sagte zu mir eines Tages, Sie haben doch eine Tochter.

00:33:03: Die ist jetzt fünf, will sie nicht ein Instrument lernen?

00:33:06: Mein Sohn unterrichtet ... der ist nämlich krank und kann sein Beruf als Musiker nicht ausüben weil er immer die Konzerte abwider absagen muss.

00:33:15: Der spielt Klavier- und Saxophon, will ihre Tochter nicht Klavier lernen.

00:33:21: Und dann habe ich gesagt was hat er denn?

00:33:23: Ja Muccoviscidose Das war ein Wort, das konnte man damals noch nicht aussprechen.

00:33:28: Inzwischen weiß das jeder.

00:33:31: Die Krankheit war damals nicht bekannt.

00:33:33: Das ist eine Stoffwechselerkrankung der Lunge oder das Blut wird nicht gereinigt und dadurch verklebt die Lunge.

00:33:41: Und wenn man es ganz ernst nimmt ersticken können irgendwann nicht mehr atmen.

00:33:46: Es wird versucht diese Lunge immer zu reinigen.

00:33:49: Und Kinder sind damals als Kinder gestorben?

00:33:54: in den zwanzigern, also der war schon nah dran.

00:33:57: Es gab damals nur die Methode noch der Lungentransplantation.

00:34:01: man hat damals sehr viel auch schon abgeklopft.

00:34:04: das macht man heute gar nicht mehr dass dieser Schleim rauskommt.

00:34:09: es gab natürlich auch Medikamente aber lange nicht das was wir heute haben.

00:34:13: und es gab vor allen Dingen niemanden der diese Krankheit unterstützt hat.

00:34:18: Man kannte sie nicht!

00:34:19: Es gab und gibt davon bis heute ungefähr acht tausend Betroffene in Deutschland.

00:34:24: Das gehört zu den seltenen Krankheiten und die Pharmaindustrie hat gesagt, na ja also da lohnt sich es nicht.

00:34:34: und die Eltern haben gesagt wir können unsere Kinder doch nicht einfach sterben lassen man muss doch was dagegen tun.

00:34:40: Und damals war die Frau Herzog, noch Bundespräsidenten Gattin.

00:34:44: Die hat sich schon eingesetzt dafür und hat Kinder vermittelt, die sie Krankheit hatten, denn die sind schwer behindert, dass sie eine Lehrstelle kriegen, hat ambulanzen errichtet weil es ... die müssen keimfrei sein.

00:34:57: Das gab's dann auch nur in ein paar Städten, die Eltern mussten weit fahren mit ihren Kindern.

00:35:02: und ich, die Ältern haben gesagt wir brauchen Forschung Wir brauchen Gelder, damit wir das erforschen können.

00:35:09: Und ich hab dann eben einen Artikel in der Zeitung gemacht habe diesen Jungen von meinem Haus besucht auf Amrum in einer Klinik wo die Kinder am Salzwasser eben in der Nähe des Salzwassers immer zur Erholung geschickt wurden.

00:35:24: Ich hab dann ein Brief gekriegt von den Eltern Können sie uns nicht unterstützen?

00:35:29: Wir brauchen prominente Hilfe für Gelder und Forschung.

00:35:33: Und die Frau Herzog hat dann gesagt, ja engagieren Sie sich doch für die Forschung.

00:35:38: Ich mache weiter in der Fallhilfe und so habe ich Gelder akquiriert.

00:35:43: Heute ist das was im Ehrenamt zu toll ist wenn man spürt dass es greift, dass es hilft.

00:35:51: und wir haben wirklich heute durch Veränderungen der Medikarementierung, dass man etwas gefunden hat auch der Behandlung der Physiotherapie dass das Lebensalter bis über Sechzig, unser Vorstand ist weit über Sechszig schon.

00:36:07: Der hat selbst Mokoviscydose.

00:36:10: die Frauen können Kinder kriegen wenn sie wie jemanden haben der nicht Mokowiszydose hat werden es auch gesunde Kinder denn das ist eine genetische Erkrankung die übertragen wird.

00:36:21: Man kann gesunde Kinder kriegen, wenn zwei Leute disponiert sind bei beiden Eltern aber eben auch ein krankes Kind.

00:36:30: das ist also eine schreckliche Krankheit wirklich.

00:36:33: Aber man kann die Krankheit nicht teilen aber man kann sie so weit behandeln heutzutage dass man eben einen fast normales Leben oder zumindest eine fast normale Lebensdauer hat.

00:36:45: Und das ist schon mal etwas, was einen so glücklich macht wenn man sieht was es heißt keine Luft zu kriegen oder nicht atmen zu können.

00:36:55: Das merkt man wenn man erkältet ist für eine kurze Zeit aber man kann es gar nicht ermessen was es für Ängste sind auch wenn man keine Luft

00:37:03: kriegt.

00:37:04: Und da engagiere ich mich immer noch und freue mich, dass es inzwischen wirklich so viel Früchte getragen hat.

00:37:13: Darum habe ich jetzt auf Zeit- und Raumgefunden, noch andere Dinge zu

00:37:17: unterstützen.".

00:37:19: Also da hat sich unglaublich viel getan in den letzten vierzig Jahren.

00:37:22: Ich habe mal gelesen, die Durchschnittslebenserwartung war neun Jahre

00:37:27: in den achtziger Jahren?

00:37:28: Als sie auf mich zukamen waren neunziger Jahre.

00:37:30: Da wurden so um die zwanzig und der Junge von meinem Haus wurde Anfang Zwanzig.

00:37:37: Er hatte eine Lungen-Transplantation erwartet.

00:37:40: Die hat er nicht mehr erlebt.

00:37:42: aber ich hab ihm versprochen noch als er schon darauf gewartet hat und es ging wirklich schon sehr schlecht, dass ich weiter mich dafür einsetze.

00:37:50: Und ja das habe ich dann auch gemacht.

00:37:53: Bis heute?

00:37:54: Klar bis heute!

00:37:55: Ja.

00:37:55: aber du hast wie du gerade schon gesagt hast auch Zeit gefunden dich noch für andere Dinge zu engagieren und dann kamen in der Verein Rätler dazu.

00:38:05: Damals hat Elmar Weber dich gefragt, ob du das mit ihm gemeinsam machen willst?

00:38:09: Der wurde als Erster angefragt und er hat mich gefragt.

00:38:12: Und hat gesagt, ob ich mit ihm mehr möchte, dass eine Frau und er das zusammenmachen.

00:38:20: Ich hab gesagt, Elmar, ich habe schon drei Sachen.

00:38:23: Ich bin eigentlich ausgefüllt.

00:38:24: Dann hat der gesagt aber, das ist unser Alter!

00:38:27: Das geht uns an.

00:38:30: Es ist ein wichtiges Projekt ... Wir müssen jetzt auch erst mal nur ans Telefon.

00:38:35: Es geht immer erst um eine Aktion, das bekannt zu machen.

00:38:39: und dann hat er mich überzeugt weil es wirklich ja die Überalterung unserer Gesellschaft und die die Vereinsamung immer mehr Raum greift insbesondere durch unsere medialen Multimedia-Geschichten dass jeder nunmehr Zuhause sitzt so mit einem Gerät spricht der.

00:38:55: Und eben Dass dass dass die Menschen immer älter werden und wenn man seine auf sein umliegendes Feld verliert, seine Nachbarn oder seine Freunde oder seinen Lebenspartner.

00:39:08: Dass es viele Menschen gibt die dann einfach nicht mehr zurückfinden in die Gemeinschaft und nach einem gewissen Zeit auch überhaupt keinen Mut mehr haben rauszugehen und Lust haben sondern nur mehr vor dem Fernsehen sitzen oder vor ihrem Handy oder vor seinem Laptop und nicht mehr teilnehmen.

00:39:27: Und das versuchen wir mit Patenschaften.

00:39:30: Rätler heißt der Verein, Rätlar-EV.

00:39:33: Und

00:39:34: Rätla steht für Alter rückwärts?

00:39:36: Ja.

00:39:36: und zu Rätle heißt wenn man es liest Rückwärthalter.

00:39:39: Genau!

00:39:41: Man kann uns anrufen eben und sagen ich habe Zeit Ich würde mich gerne um einen Senioren kümmern und die Senioren vor allen Dingen auch können bei uns anrufen und sagen, ich hätte gerne dass mich jemand begleitet.

00:39:55: zu den Veranstaltungen die wir veranstalten eben.

00:39:59: Bieten Kurse an machen Veranstaltung wie gestern waren dreihundert Redler Leute bei mir wurden eingeladen ins Theater.

00:40:08: Wir haben auch Filmverführungen wo Filme gezeigt werden mit mir oder mit Elmar war damals auch schon haben ein Mittagstisch wo sich die Leute treffen können wo es ein sehr gutes Essen für wenig Geld gibt, dass wir auch unterstützen.

00:40:22: Wo sich die Leute eben auch treffen und ich war auch ein paar Mal schon dort und sich zusammen finden.

00:40:28: Da gab's dann fünf Frauen, die gesagt haben ja wir machen fangen jetzt wieder an zu stricken.

00:40:33: Wir treffen uns einmal in der Woche und so sich da wieder treffen.

00:40:38: Dort im Hanserhaus ist das in München derzeit wo wir auch neuromentale Gymnastik oder

00:40:44: Neuromentaltraining haben.

00:40:46: Das

00:40:46: ist ganz toll, das habe ich auch mitgemacht.

00:40:49: Wo Körper und Geist zusammengeführt werden durch Bewegung dann haben wir ganz wichtig eben dass einem geholfen wird mit Handy oder Computer wenn man sich nicht auskennt und das wird ganz toll angenommen.

00:41:03: Es ist auch ein oder zweimal im Monat wo man kommen kann und sagen kann, bitte helfen Sie mir.

00:41:08: Ich muss ein Formular ausfüllen oder ich kenne mich nicht

00:41:11: aus.".

00:41:11: Ich habe zu viele Nummern auf meinem Handy.

00:41:13: Ich will eigentlich nur meine Tochter anrufen hat neulich einer gesagt.

00:41:16: Bitte machen sie mir alles andere weg!

00:41:19: Ja also ich bin auch aus der Generation.

00:41:22: Ich kannte es auch wirklich nicht.

00:41:23: Ich gehe zu meiner Tochter aber das ist ein tolles Angebot.

00:41:27: Ich hab eben jetzt auch einen neuen Partner den Leo Reisinger der für den Elmer jetzt auch übernommen hat, Botschafter zu sein und auch selber Musik macht.

00:41:36: Und es gibt jetzt einen Chor.

00:41:38: Singen ist ganz was Wichtiges um die Seele frei zu machen und zueinanderzufinden.

00:41:45: Es geht eben um gesellschaftliche Teile habe, um Lebensfreude, um Kontakt, um echten menschlichen Kontakt.

00:41:51: Denn tatsächlich ist es so dass Einsamkeit wirklich ein Problem ist.

00:41:55: unter anderem deshalb hat sich das Netzwerk Bayern gemeinsam gegen Einsamkeiten gegründet Offenes Bündnis, in dem sich Vereine Institutionen-Initiativen zusammenschließen und vernetzen.

00:42:08: Und da ist Redler auch ein Best Practice Beispiel.

00:42:11: Es gab eine Auftaktveranstaltung zu dieser Gründung – da war Karo Matsko mit

00:42:16: dabei, die wir

00:42:16: auch schon hier begrüßen durften im Podcast!

00:42:19: was offenbar wirklich ganz wichtig ist, dass man eben die Akteure vor Ort hat.

00:42:23: Dass es in der Nähe der Menschen ist also das man einfach schaut wo sind schon Initiativen, die sich engagieren und wie kriegt man sie an den Menschen heran?

00:42:34: Wir werden auf jeden Fall in die Show-Notes verlinken.

00:42:37: Die Liste von allen Teilnehmern in diesen Netzwerken sind inzwischen über dreihundertfünfzig und es werden immer mehr wenn jemand sich inspiriert fühlt Beteiligen möchte ehrenamtlich, engagieren möchte.

00:42:49: Erstens gibt es das ganz tolle Ehrenamtsportal und dann gibt's bei Fragen auch die E-Mailadresse einsamkeit at stmars.bayern.de.

00:42:58: Wie gesagt wir verlingen uns in den Shownotes.

00:43:01: dieses Thema Einsamkeit ist offenbar immer noch, du beschreibst das ja auch.

00:43:05: Man muss erst mal an die Leute rankommen und so ein bisschen Vertrauen gewinnen.

00:43:10: Und es ist auch eine Aufgabe für uns als Gesellschaft.

00:43:13: Deine soziale Teilhabe ist einfach auch wichtig für die Demokratie.

00:43:16: Und man weiß je einsamer die Menschen sind, desto anfälliger sind sie einfach auch für Radikalisierung.

00:43:23: Dieses im Gespräch bleiben miteinander innerhalb der Generationen ist glaube ich ganz, ganz wichtig.

00:43:29: Du selbst hast Erfahrung mit deinen eigenen Töchtern, die waren nämlich zum Teil in England auf der Schule.

00:43:34: Beide!

00:43:34: Genau.

00:43:35: und dort gibt es verpflichtend Besucher im Altersheim in der Schulzeit.

00:43:39: Ich habe

00:43:39: damals versucht das anzubringen.

00:43:41: Damals war die Frau Hohlmeier noch Kultusministerin Und meine Tochter war in einem Projekt eben... Die war auf der Schule in Seven Oaks in England.

00:43:51: Die letzten zwei Jahre haben wir beide Mädchen nach England geschickt erstens um die Sprache zu lernen und zweitens einfach noch mal unabhängig von uns.

00:44:00: Ab sechzehn kann man das verantworten, Erfahrung zu machen eben in einem Internat – sie wollten das auch beide!

00:44:07: Und bei der Schule.

00:44:08: meine andere Tochter war, hat IB gemacht und war nicht ganz so illitären Schule.

00:44:14: aber auch da wurde einmal in der Woche die ganze Klasse mit einem Bus und dem Lehrer in ein Altenheim gefahren Und die Lehrer haben die Verteilung gemacht, damit eben die Kinder bei den alten Menschen auch mal abwechseln.

00:44:29: Damit wenn sie an jemand kommen der nicht mehr spricht oder so dass sie also nicht immer nur einen schwierigen Fall haben sage ich sondern das, dass das betreut wird ist ganz wichtig.

00:44:38: und da haben die dann zwei Stunden mit einem Senioren in einem Altenheim irgendwas machen müssen.

00:44:47: Ich weiß noch, meine älterste Tochter hat angerufen und gesagt, Mama, der kann ja gar nicht mehr reden.

00:44:53: Was soll ich denn mit dem machen?

00:44:55: Und dann habe ich gesagt, lese ihm einfach was vor oder singen etwas oder erzählen ihm etwas oder nimm dir was mit und lese ihn meine Geschichte vor.

00:45:03: Und nach einer Weile war das für meine Kinder also für beide.

00:45:09: So wichtig.

00:45:10: Sie ist, wenn sie heimgekommen ist hat sie gesagt, sie muss jetzt in der Dose Weißwürste mitnehmen damit sie dem die machen kann oder hat Karten aus München dem geschickt.

00:45:19: ein Mann war das und also die haben so eine richtige auch einen richtigen Bezug gekriegt.

00:45:25: Und sie hat gesagt In der klasse hat sich es auch verändert weil wenn Jugendliche in dem Alter fünfzehnsechzehn erfahren Also es gibt Menschen denen geht's schlechter wie uns Ist plötzlich Der Zusammenhalt in der Klasse auch ein ganz anderer geworden.

00:45:40: Auch das Mobbing in einer Klasse, dass man sagt, man muss nicht immer gegen einen anderen hetzen sondern vielleicht auch es gibt Schlimmeres als was ich mit demjenigen jetzt erlebe.

00:45:51: und das hat sie gesagt war das größte was ihr erlebt habt.

00:45:54: Dass sich innerhalb dieser Klasse – auch Sie als Deutsche dort in der klasse waren auch so bisschen Außenseiter und plötzlich waren sie mehr integriert und dieses Projekt wollte gerne installieren.

00:46:07: Aber da hat man mir dann gesagt, jetzt ist Pisa!

00:46:10: Wir sind auf der Rangliste ganz schlecht.

00:46:13: Wir müssen uns erst mal um Pisa kümmern und wir haben nicht das Geld.

00:46:16: Wir haben einmal im Nachmittag Diff Sport – das können wir nicht streichen – und zweimal im Nach Mittag haben wir kein Geld und Busse sowieso nicht.

00:46:23: und Lehrer, die das betreuen.

00:46:26: Es war es ja nett, Frau May.

00:46:27: Vielen Dank!

00:46:28: Aber leider geht das nicht.

00:46:29: Wir haben ja manchmal Projekte da als eine Woche im Krankenhaus oder im Kinderheim oder auch im Altenheim.

00:46:35: aber eine Woche dass dieses Projekt ging über zwei Jahre und dieses immer wieder und damit auch sich zurechtfinden einen alten Menschen zu sehen.

00:46:45: und die Herzensbildung, die Sozialbildung wird in unserem Land nicht nur in Bayern wirklich total unterschätzt.

00:46:54: In England kriegen die dafür eine Note, in jedem Fach gibt es zwei Benotungen.

00:46:59: Eine für das Fach und eine für das Sozialverhalten und zwar eine schriftliche Beschriebene.

00:47:05: Es ist wirklich extrem wie toll die beobachtet werden Und da fiel's bei uns weit.

00:47:11: Also bei uns ist Leistung, Leistungsleistung Du musst was wissen, wissen, Wissen und die Herzensbildung Dass man aufeinander aufpasst Dass man miteinander und nicht gegeneinander, dass dieses Ranking ich bin der Bessere.

00:47:24: Und ich muss auch gleich nach dem Abitur studieren damit ich einen Platz kriege und Erfolg.

00:47:31: Das ist bei unseren erster Stelle

00:47:33: Empathie, ne?

00:47:34: Es geht um Empathies.

00:47:36: Ja!

00:47:36: Ich greife das wirklich an, dass hier auch von einer politischen Bildung her zu wenig getan wird und die Aufmerksamkeit jetzt langsam... Vor zwanzig Jahren, dass ich das angebrangert habe.

00:47:49: Jetzt langsam sagt man ja, man muss wieder ein bisschen mehr Sozialstruktur kriegen in die Jugend und ja, Wissen kommt heute durch die KI wird sich das eh alles verändern.

00:47:59: Die Kinder holen sie eh alles aus dem Netz?

00:48:02: Ich muss jetzt trotzdem ein gutes, ein positives Beispiel bringen eine Land zu brechen denn was es schon gibt bei uns und in Bayern sogar in achtundachzig Städten und Gemeinden sind mehr Generationenhäuser und zwar nicht im Sinne von Wohnen sondern Begegnungsstätten, Begegnungsorte im Quartier wo sich Menschen jeglichen Alters treffen und auch mit unterschiedlichen Bedürfnissen kommen können.

00:48:25: Also da wird von der Kinderbetreuung zum Beispiel Laiomas und Opas angeboten bis hin zu Seniorenhilfe, Alltagshilfe.

00:48:34: das ist auch eine schöne Möglichkeit sich ehren eigentlich zu engagieren und es ist auch eine schöne Möglichkeit im sozialen Umfeld, im nahen Um Feld eben Kontakt zu kriegen zur anderen Generation.

00:48:44: Ja das ganz toll!

00:48:45: Es gibt ja auch diesen Minister, der in so mehr Generationen Haus auf wohnt?

00:48:49: Über das Thema Wohnen im Alter wollte ich sowieso gerne sprechen... Das ist doch

00:48:52: ein ganz tolles Projekt.

00:48:54: Also da ist ja wirklich was was inzwischen wo so viel mehr Möglichkeiten gibt heutzutage.

00:48:59: Auch da hat sich ganz viel getan denn die allermeisten Menschen, man muss sich sehr nur selbst überlegen möchten eigentlich gerne Zuhause im gewohnten Umfeld alt werden.

00:49:08: Und es gibt inzwischen einfach so viel mehr Möglichkeiten wirklich selbstbestimmt zu leben auch im Alter, also von Generationen WGs bis hinzu wirklich mehr Generationenhäusern und... Es ist komisch,

00:49:22: geht das?

00:49:23: Man ist jetzt in unseren Tagen, dass das wieder ganz was Tolles ist.

00:49:26: früher eben war es so, dass die Familie automatisch – ich habe ihn noch mit meinen Großeltern in einem Haus auch in München in einem Hause aufgewachsen.

00:49:35: Die bis zu ihrem Tod da gepflegt werden und die auch auf uns aufgepasst haben, wenn meine Eltern waren heute unsere Generation, meine auch selber sozusagen vorangetrieben.

00:49:45: Wir Frauen mit women's lip Bewegung wir wollten unabhängig sein.

00:49:50: Wir wollen gleichberechtigt sein was auch wichtig ist.

00:49:53: dadurch haben wir sind wir berufstätig und haben einfach nicht mehr die Zeit.

00:49:57: Meine Mutter war zu Hause.

00:50:00: diese große Familienstruktur ist völlig verschwunden Und die Eltern kommen automatisch ins Altersheim.

00:50:07: Ich weiß das von mir selber meine Mutter war im Stift.

00:50:10: also Dadurch ist heute wieder, dass man wieder zusammenführt.

00:50:15: Das ist sozusagen eine Reform die es als ich jung war noch ganz natürlich gab und am Land ist es meistens oder sehr oft auch noch möglich.

00:50:25: also in Bauernhöfen ist es eigentlich immer noch üblich das die Familie da kommen die Eltern ins Austragshäusel und passen auf die Kinder auf und es ist eine fruchtbare Begegnung durch die Enkelkinder.

00:50:36: wir müssen das jetzt erstmal wieder sozusagen selber konstruieren,

00:50:43: organisieren

00:50:44: und dafür klar.

00:50:46: Es wird sich nicht zurückdrehen, das Rat.

00:50:48: Die Frauen Gott sei Dank haben die Möglichkeit heute genauso selbstständig und erfolgreich noch nicht überall gleich bezahlt aber so wie die Männer zu arbeiten und nicht überall noch gleich berechtigt oder die Frauenquote ist.

00:51:03: Aber sie ist auf jeden Fall auf dem Weg dahin.

00:51:05: Aber es hat natürlich den Nachteil dass die Großfamilie dadurch nicht mehr die Möglichkeit hat organisch jung und all zusammenzubringen.

00:51:13: Das hat immer zwei Seiten!

00:51:16: Und das es da jetzt wieder neue Möglichkeiten gibt, nicht nur innerhalb der Familie sondern dass man eben sagt ja, da könnt ihr euch treffen.

00:51:24: Das finde ich eine großartige Idee!

00:51:26: Dass man das wieder schafft und Orte schafft, Begegungen schafft.

00:51:31: Und sinnvolle Beschäftigungen auch schafft wo beide voneinander profitieren können ist natürlich toll.

00:51:38: Das Sozialministerium unterstützt finanziell auch den Aufbau von Beratungsstellen, die zum Beispiel zum Thema Wohnen im Alter beraten.

00:51:48: das Badezimmer umbaut oder Stolper fallen, irgendwie ausräumt.

00:51:56: Aber auch aktuell finden statt die Aktionswochen zu Hause daheim und da geht es um das Thema selbstbestimmt Leben und Wohnen im Alter.

00:52:03: Auch die Homepage werden wir in die Show Notes packen Zuhause Daheim Bayern.de Denn da gibt's ganz viele verschiedene bayernwald Veranstaltungen zu dem Thema wo man sich einfach auch inspirieren lassen kann und beraten lassen kann.

00:52:16: Übrigens ist eine der Unterstützerinnen Marianne Sägebrecht gibt es ein sehr schönes Video von ihr und sie sagt darin unter anderem älter werden, da braucht's halt Humor.

00:52:26: Siehst du das auch so?

00:52:27: Und solltest du irgendwann dein Zuhause mal verlassen müssen?

00:52:30: Wo würdest du dann gerne leben und alt werden?

00:52:34: Also wenn ich das in meiner Wohnung nicht mehr allein packe würde ich gern aufs Land gehen.

00:52:39: Meine Mutter war in einem Augustinum, die ist sehr früh.

00:52:43: Die war zwei Jahre jünger als ich jetzt, als sie mit meinem Vater schon da hingegangen ist.

00:52:48: Das kann ich mir noch nicht vorstellen.

00:52:50: Aber am Anfang fand ich es auch schrecklich, dass meine Eltern da reingehen.

00:52:55: Aber die waren dann ganz glücklich, weil sie gesagt haben, ja, meine Mutter war glücklich das sie nicht mehr kochen musste.

00:53:01: Mein Leben lang habe ich gekocht und jetzt kriege ich so ein tolles Essen!

00:53:05: Und dass sie dort auch ... Die Möglichkeiten hatten sich weiter zu empfalten.

00:53:09: Meine Mutter hat dort malen können und eine Modellierkurs gemacht, mein Vater ist gewandert mit Leuten.

00:53:16: Er war ja ein Organisierer und er konnte mit ihm im Beirat sein.

00:53:22: Sie haben eine Theatergruppe gegründet und so was also das kann ich mir auch vorstellen.

00:53:27: die sind reingegangen mit Freunden.

00:53:30: Wir haben immer so mit mit vierzig oder fünfzig unser Freundeskreis, haben gesagt wir machen mal dasselbe.

00:53:35: Wir kaufen oder mieten zusammen drei Häuser und dann machen wir einen Koch, einen Arzt und so für uns gleich.

00:53:42: das war damals unsere wie.

00:53:43: wir gehen nicht ins Altenheim.

00:53:44: Aber wir sagen hier machen es selber.

00:53:47: aber je älter man wird umso mehr verändern sich die Partner der anderen oder die Umstände oder auch die Menschen werden anders dass man sagt, also mit dem kann ich es mir jetzt nicht mehr vorstellen.

00:53:59: Der ist mir so schwierig!

00:54:01: Ich glaube das ist nicht zu einfach, das selber zu organisieren.

00:54:04: Wenn man das kann?

00:54:05: Super.

00:54:06: aber auch da wenn man so nahe ist dann stört einen immer mehr plötzlich irgendwelche Eigenheiten.

00:54:11: Man wird, wenn man zueinander kommt feststellen, dass das Zusammenleben so einfach nicht ist Und dass man die vier Wände zu machen kann und sagen kann, nee ich treff gehen.

00:54:22: Geh mittags daraus und werde versorgt.

00:54:26: Kann mich mit den treffen.

00:54:27: es wird was organisiert aber ich muss nicht.

00:54:31: das ist glaube ich in so einem Seniorenstift nicht so schlecht wie ich das damals gedacht habe.

00:54:37: also im Idealfall bleibe ich da wo ich bin und hab mein Garten und kann vielleicht mir auch leisten dass mich jemand betreut.

00:54:46: Das fände ich schön.

00:54:47: Aber ich habe auch gesehen, dass meine Eltern, die hatten ein Haus ganz in der Nähe eben am Ammersee des Diesen, das Augustinum ist im Nachbarort und die haben gesagt ja wir im Winter gehen wir ins Augustinium und im Sommer bleiben wir in unserem Hause.

00:55:00: Er war im schönen Garten.

00:55:01: aber irgendwann als mein Vater starb hat meine Mutter gesagt Ich bin eigentlich nur mehr hier zum Rasenmähen und Rosenschneiden.

00:55:07: Das packe ich nicht mehr und bin so allein und ich möchte unter Leute.

00:55:14: Ich bin schon auch eine, die ich brauche Menschen um mich.

00:55:18: Ich möchte nicht alleine sein!

00:55:21: Das wäre mein Haupt.

00:55:22: Ich kann mir vorstellen mit einer Freundin zusammen zum Beispiel.

00:55:27: Die Jutta ist in der gleichen Situation und die Jutta Speidel ist eine Freundin von mir.

00:55:31: Wir haben mit Freunden zusammen wenn man ganz allein ist zu zweit oder zu dritt zu leben in so ner WG wieder und vielleicht mit einer Hilfe, die dann einem hilft, wenn man bestimmte Sachen nicht mehr machen will oder kann.

00:55:44: Das finde ich eine ganz gute Idee – eine Frauen-WG!

00:55:48: Ja, sehr schön ein Plädoyer für Gemeinschaft auch im Alter in jedem Alter Und da gibt es wirklich ganz viele kreative Möglichkeiten.

00:55:59: Wer sich informieren möchte, kann das auf der Seite des Sozialministeriums tun.

00:56:05: Michaela May, ich gehe davon aus, dass es noch ganz lange dauern wird bis du dich dazu entscheidest tatsächlich irgendwann in irgendein mit Reutes Wohnen zu gehen.

00:56:14: Erst mal werden wir wahrscheinlich noch sehr, sehr lange hoffentlich viele schöne Filme und Fernsehproduktionen- und Theaterstücke von dir finden?

00:56:22: Ja das wünsche ich mir natürlich auch!

00:56:24: Ganz herzlichen Dank für dieses sehr, very schöne Gespräch.

00:56:27: Danke Lina, es war ja ... Wir haben viel erzählt Viel wichtige Sachen auch und ich hoffe, dass es auch viele Leute hören.

00:56:36: Das hab' ich auch!

00:56:37: Danke!

00:57:08: Dankeschön!

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